Wie der Kika/Leiner Kauf das Gesicht Benkos verändert

Ein Thema scheint die österreichische Presse derzeit einfach nicht mehr los zu lassen: Die Rettung des Möbelhauses Kika/Leiner durch Rene Benko. Plötzlich wird aus dem etwas kritisch beäugten Milliardär ein Retter in strahlender Rüstung. 5000 verloren geglaubte Arbeitsplätze sind jetzt plötzlich gesichert. Doch wie passt diese Aktion in das Bild des Immobilientycoon aus Tirol?

Benkos bisherige Investitionen

Während seinem Aufstieg arbeitete Rene Benko mit einer Vielzahl an Partnern zusammen. Nicht alle davon gehören zu angesehenen Geschäftsleuten dieses Planeten. Solch ein Negativbeispiel wäre Beny Steinmetz aus Israel. Doch rechtfertigen diese Kooperationen den schlechten Ruf von Rene Benko?

Als der Immobilieninvestor ein Einkaufszentrum in Bozen errichten wollte, ging die lokale Politik auf die Barrikaden. Doch bei der Betrachtung anderer Einkaufszentrum unter Benkos Federführung scheint diese Reaktion tatsächlich stark übertrieben. Sowohl das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck als auch das Goldene Quartier in Wien strahlen eine belebende Wirkung für die Umgebung aus. Letztlich wurde dies auch in Bozen erkannt und das dortige Projekt von der Stadtverwaltung abgesegnet.

Ähnlich verhält es sich mit dem Engagement Benkos im Einzelhandel. Nach dem Kauf der Karstadt Warenhäuser unterstellten zahlreiche Experten dem Investor, dass er nur die Immobilien des Konzern ausschlachten möchte. Jetzt, 4 Jahre später, zeigt sich jedoch, dass Benko tatsächlich den maroden Konzern saniert hat. Das erste Mal seit Jahrzehnten schreibt Karstadt wieder Gewinne. Vor diesem Hintergrund wird nun plötzlich auch die Übernahme von Kika/Leiner gefeiert.

Warum wirkt Benko plötzlich als strahlender Retter?

Aus mehreren Gründen stößt der Kika/Leiner Kauf auf ein positives Echo in der Bevölkerung. Zum einen werden österreichische Arbeitsplätze von einem österreichischen Unternehmer gerettet. Darüber hinaus hätte ansonsten XXX Lutz das Möbelhaus übernommen und eine Art Monopol geschaffen. Einen großen Effekt dürfte aber auch die Kaufeinladung des Bundeskanzlers Kurz gehabt haben. Die Politik hat so die Übernahme praktisch auf höchster Ebene abgesegnet und dies schafft Vertrauen.

Es darf aaber auch nicht missachtet werden, dass Rene Benko durchaus großen Wert auf seine empfundene Öffentlichkeitswirkung legt. Während seinem Aufstieg lag die Priorität eindeutig bei der Anhäufung eines Vermögens. Diese Strategie hat sich in den letzten Jahren jedoch verändert. Viele Projekte der SIGNA lassen sich nur mit Unterstützung aus der Bevölkerung umsetzen und mit dem Kika/Leiner Erwerb verändert sich nun die Wahrnehmung des Milliardärs extrem. In dieser Hinsicht könnte der relativ günstige Kauf um 450 Millionen Euro tatsächlich der größte Schachzug des Immobilientycoons sein.

Bildquelle: By DMY [CC BY-SA 3.0], from Wikimedia Commons

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