Onlinebroker in Österreich: Vergleich Angebot und Konditionen

Das Interesse am Wertpapierhandel legt in Österreich zu. Gleichzeitig verliert das Schaltergeschäft der Filialbanken und Sparkassen zunehmend an Bedeutung. Wir stellen nachfolgend die wichtigsten Onlinebroker in Österreich vor und vergleichen das Angebot.

Der Online-Wertpapierhandel in Österreich

In der Geldanlage sind die meisten Österreicher vergleichsweise konservativ. Dazu passt, dass nur wenige Geschäftsbanken und Sparkassen in Österreich Online-Trading anbieten. Wir stellen die Anbieter nachfolgend vor und vergleichen die Konditionen.

 OrdervolumenBörse WienXetra DeutschlandAusserbörslich
flatex.at
bis 3.500 € 5,90 €5,90 €5,90 €
Hello Bank

bis 3.000 €4,95 €7,95 € +
0,175%
4,95 €
(gilt für "Starpartner")
bankdirekt.atbis 20.000 €9,95 € +
0,195%
14,95 € +
0,195%
9,95 € (Centrobank)

13,95 € + 0,195 % (alle anderen)
Bankhaus Jungholzkeine Staffelspesen4,95 € +
0,250%
4,95 € +
0,250%
4,95 € +
0,250%
easybank.atbis 3.950 €5,95 €
8,95 €wird nicht angeboten
Jeweils zzgl. handelsplatzabhängiger Entgelte und Fremdspesen (Stand: Oktober 2018).

Bank Austria
Bietet Aktienhandel an der Wiener Börse, an allen deutschen Börsen (Xetra- und Parketthandel), an den führenden Aktienbörsen der USA und an diversen europäischen Börsen. Außerbörslicher Handel ist jedoch nur in einigen Inlandsfonds möglich.

Bankhaus Jungholz
Eine Sonderrolle spielt das Bankhaus Jungholz, einer Zweigniederlassung der Raiffeisenbank Reutte in Tirol. Aufgrund der fiskalischen und geografischen Besonderheiten des Kleinen Walsertals wendet sich dieses Institut vorzugsweise an einen deutschen Kundenkreis, bietet seine Dienste jedoch uneingeschränkt auch der Klientel in Österreich an. Der Online-Aktienhandel aller in Österreich und Deutschland börsennotierten Aktien ist möglich. Darüber hinaus ist über die Handelsplattform ein Zugang zu allen relevanten Aktienbörsen Europas und den USA gegeben. Auch außerbörslicher Handel mit Anleihen, Fonds, Zertifikaten und Optionsscheinen sowie Indizes, Rohstoffen und Edelmetallen ist möglich.

Es werden drei Gebühren-Modelle angeboten (Starter, Aktiv und Premium). Allerdings sind die Gebühren nur auf den ersten Blick wettbewerbsfähig. Wer näher hinschaut entdeckt, dass zu den normalen Gebühren für eine Wertpapierorder zum einen noch eine Auftragsgebühr erhoben wird (2,50 € an Xetra und 3,95 € an der Börse Wien) und diese auch bei Auftragsänderungen (Limitänderungen, Auftragsstreichung etc.) nochmal erhoben wird. Hinzu kommt eine Depotgebühr, die quartalsweise erhoben wird und 7,50 € beträgt (= 30,00 € p.a.).

easybank AG
Die filiallose Direktbank der BAWAG nennt ihre Brokerage „easy broker“. Gehandelt werden können Aktien, Optionsscheine, Zertifikate, Fonds und Anleihen in Wien und internationalen Börsenplätzen (Deutschland, Europa, Nordamerika).

Die Spesen der easybank sind durchaus attraktiv. So werden die Orders an der Börse Wien zum Festpreis von 5,95 € abgerechnet. Diese Spesen gelten für Ordervolumina bis 3.950 €. Höhere Ordervolumina werden mit 0,15 % bepreist. Der Handel in Deutschloand an XETRA kostet pauschal 8,95 € zzgl. 2,00 € Settlementspesen. Ein außerbörslicher Direkthandel mit Derivaten wird nicht angeboten.

flatex.at
Als unabhängiger Onlinebroker ist in Österreich die deutsche flatex GmbH aktiv. Die flatex GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der FinTech Group AG mit Sitz im oberfränkischen Kulmbach in Deutschland. Flatex bietet für private und semi-professionelle Händler ein umfassendes Angebot für den börslichen und außerbörslichen Online-Handel. Es besteht Zugang zum Aktienhandel an allen relevanten europäischen und nordamerikanischen Börsen. Der außerbörsliche Handel mit Zertifikaten, Optionsscheinen, Fonds und ETFs wird ebenso angeboten wie der Forex- und CFD-Handel. Bei flatex kann der Kunde neben dem Webtrading auch noch eine professionelle Handelssoftware nutzen. Depotgebühren gibt es bei Flatex keine. Im Vergleich ist flatex der günstigste Broker in Österreich.

Flatex ist nicht nur günstig, sondern auch praktisch. Es müssen keine TANs aus einer Liste abgetippt werden, sondern Orders können mit einer App authorisiert werden.

Aktion: Derzeit gibt es eine Aktion, bei der Neukunden bis zum 31.12.2018 für nur 3,80 € handeln können. >> zu flatex.at

Hello Bank
Online und Mobile Brokerage auf vergleichbar hohem Niveau bietet die in Salzburg niedergelassene Hello Bank, die zur französischen BNP Paribas gehört. Nationaler und internationaler Börsenhandel sowie außerbörsliches Trading mit Zertifikaten, Optionsscheinen, Fonds, CFDs und Gold. Außerdem gibt es Fremdwährungskonten in den folgenden Währungen: USD, CHF, CAD, JPY, AUD. Die Hello Bank unterhält in Wien und allen Hauptstädten der Bundesländer Österreichs (mit Ausnahme des Burgenlandes) Publikumsfilialen zur persönlichen Kundenberatung. Früher war die „Hello Bank“ in Österreich unter direktanlage.at bekannt.

Fremde Spesen für einen Depotübertrag werden bis zu 200 € übernommen. >> zur „Hello Bank AT“

bankdirekt.at
Der Onlinebroker der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Hier werden wir den Handel an der Börse Wien 9,95 € zzgl. 0,195 % aufgerufen. Der Handel an der deutschen XETRA kostet 14,95 € zzgl. 0,195 % + 4,00 € Handelsortentgelt. Damit ist die bankdirekt vergleichsweise teuer. Dafür sind die Preise für den Weltbörsen-Handel in USA, Kanada, Australien, Hongkong, Tokio und Singapur mit 16,95 € + 0,195% vom Ordervolumen auf den ersten Blick recht attraktiv. Hinzu kommen allerdings noch Handelsortentgelte, die mit 0,30% (mindestens 20 USD für USA bzw. 25 € für Euro-Länder) vom Ordervolumen recht hoch ausfallen.

Fazit:

Grundsätzlich sind die Kosten und Gebühren für Online-Brokerage in Österreich vergleichsweise hoch. Insbesondere im Vergleich zum Nachbarland Deutschland, wo die Wettbewerbssituation unter den Online-Brokern deutlich ausgeprägter ist und der Markt auch eine höhere Reife hat. Bis auf Flatex erheben sämtliche Anbieter eine jährliche Depotgebühr und vergleichsweise hohe handelsplatzabhängige Kosten (deklariert als „Fremde Spesen“ oder „Auftragsentgelte“).

Es ist nicht mehr möglich, diesen Artikel zu kommentieren.