Welche Bestimmungen existieren zum Arbeitslosengeld?

In vielen Fällen können sich Fragen rund um das Arbeitslosengeld in Österreich ergeben. Obwohl bei Stammtischgesprächen das Arbeitslosengeld oder „die Arbeitslose“, wie sie umgangssprachlich genannt wird, einen eher schlechten Ruf genießt, müssen nicht alle Fragestellungen rund um diese Hilfe bei Arbeitslosigkeit verwerflich sein. Teilweise wollen Menschen sogar Informationen zum Arbeitslosengeld einholen, obwohl sie sich in einem noch sehr stabilen Beschäftigungsverhältnis befinden. Es geht schließlich darum, die eigenen Rechte und Pflichten auf dem österreichischen Arbeitsmarkt zu kennen.

Wann erhalten Menschen in Österreich Arbeitslosengeld?

Diese Frage kann beispielsweise schon interessant werden, sobald der erste Job nach einem Studium angetreten wird. Das Klima im Büro könnte nicht ganz den eigenen Vorstellungen entsprechen und so stellt sich die Frage, wie lange gearbeitet werden muss, damit mit dem Arbeitslosengeld im Rücken die neue Jobsuche beginnen kann:

Vor dem ersten Antrag auf Arbeitslosengeld müssen 52 Beschäftigungswochen mit Arbeitslosenversicherung absolviert werden. Das ist ein Arbeitsjahr innerhalb der letzten zwei Jahre.

In der Regel erfolgt der Antrag auf Arbeitslosengeld nicht das erste Mal:

In diesen Fällen müssen 28 Arbeitswochen mit Arbeitslosenversicherungspflicht im letzten Jahr vorliegen.

Wie lang wird Arbeitslosengeld bezogen?

Die Dauer des Bezugs bestimmt auch den zeitlichen sowie finanziellen Puffer, der vorhanden ist, um eine neue Arbeit zu finden. Es können in dieser Hinsicht 6 verschiedene Zeitgrenzen unterschieden werden:

  • Die Standardbezugsdauer beläuft sich auf 20 Wochen
  • Dieser Zeitraum kann auf 30 Wochen erhöht werden, wenn bereits 156 versicherungspflichtige Arbeitswochen im Leben gesammelt wurden
  • Eine Erweiterung auf 39 Wochen findet ab dem 41. Lebensjahr statt, wenn sich in den letzten 10 Jahren 312 Arbeitswochen angesammelt haben
  • Ab dem 51. Lebensjahr wird auf 52 Wochen (1 Jahr) erhöht, wenn 468 Arbeitswochen in den letzten 15 Jahren gesammelt wurden.
  • Nach einer Rehabilitationsmaßnahme kann eine Verlängerung auf 78 Wochen erfolgen
  • Nach einer Schulung können sogar maximal 4 Jahre Arbeitslosengeld gewährt werden

Hinweis: Als Arbeitswochen gelten hier Wochen in unselbstständiger Arbeit über einer bestimmten Einkommensgrenze, denn dann erst entsteht die Pflicht zur Abgabe der Arbeitslosenversicherung. Außerdem müssen die Grundsätze des Arbeitslosengeldes gewahrt bleiben, damit auch der Anspruch über die erwähnten Zeitspannen aufrecht bleibt: Fähigkeit, Willigkeit und tatsächliche Arbeitslosigkeit.

Wie viel Arbeitslosengeld wird in Österreich ausgezahlt?

In dieser wichtigen Frage müssen drei Säulen betrachtet werden. Dieses 3-Säulen-Modell findet sich bei den österreichischen Abgaben- und Steuergesetzen sehr oft. Die 3 Faktoren sehen beim Arbeitslosengeld sehen folgendermaßen aus:

  • Der Grundbetrag entspricht grob 55 Prozent des vorherigen Einkommens.
  • Hinzu kommen Familienzuschläge für Kinder und
  • Ergänzungen bis zum Ausgleichszulagenrichtsatz (2018: € 909,42)

Hinweis: Das Arbeitslosengeld darf ohne Kinder nicht 60 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens überschreiten und mit Kinder nicht 80 Prozent!

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